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1988 wie Walter die Steine wiederentdeckte

Samstag war ich oft auf dem Karlsplatz in Stuttgart um Platten oder Bücher zu kaufen. Auf dem Flohmarkt erwarb ich mir bei den Gebrüdern Hüller als große Trommelsteine einen sehr schönen Rosenquarz und einen ebenso schönen Hämatit, weil sie mich magisch anzogen und mit ihrer völlig unterschiedlichen Temperatur beim Fühlen und Ausstrahlung faszinierten. 
Mein Vater war ein Experte der Kunstgeschichte und schleppte uns Kinder bei jeder Gelegenheit in denkwürdige Kathedralen um dort zu fotografieren. Uns blieb viel Zeit, die zugänglichen Bereiche zu erkunden und uns dort umzuschauen. Wenn ich von Emporen oder vom Triforium ins Mittelschiff herunterblickte, lehnte ich mich an das Steingesims, meist aus Sandstein. Ein Kribbeln durchzog stets meine ganzen Arme, je nach Kontaktfläche auch Bauch und Beine, das ich mir nicht zu erklären wusste, über das ich aber auch mit niemandem sprach. Diese Erfahrung lag 1988 einiges zurück, aber daran knüpfte ich an, als ich mich
instinktgeleitet immer wieder in den Rosenquarz und den Hämatit einfühlte.
Auf dem Flohmarkt lernte ich Michael Gienger kennen, der zu der Zeit nicht hier wohnte, aber in Stuttgart zur HP-Schule ging. Er hatte manchmal einen Stand und verkaufte mir seine Astrologiebücher und das Magazin Mescalito. Es war immer etwas besonderes, sich mit ihm auszutauschen und mit ihm zu diskutieren, nicht nur weil seine Gesichtspunkte dermaßen anders lagen als meine. Er hielt mich für einen vertiegenen Anthroposophen.

Franz Bardon, Gustav Meyrink, Reichstein hatte ich längst konsumiert, von CG Jung hatte ich in der Stadtbibliothek weit über 50cm Regalbreite durchgelesen und ich war hungrig nach spirituellen Erfahrungen. So war ich mittwochs abends bei Helmut Christoph, dem Bergmondwanderer oder seinen Schülern im New Age Studio von Ines Blersch zu schamanischen Treffen zu Gast. Steine hatten in diesen Kreisen den Status eines persönlichen Krafttieres. Xokonoschtletl Gomora, den Botschafter der Indigenen, kannte ich bereits von seinen rituellen Tänzen auf der Königstraße, er und seine Gruppe war aber auch immer im NewAgeStudio zu Besuch, wenn er zwischen Mexiko und Wien in der Gegend war. Im Nachhinein wenig verwunderlich, dass ich auch hier manches Mal auf Michael Gienger traf.

 

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